Harvard Model United Nations 2011

Die lange Reise nach Boston begann für die 28 Schüler/innen des LGH und eine Schülerin des Gmünder Scheffold-Gymnasiums mit einer Panne: dank einer Signalstörung fuhr in Stuttgart keine S-Bahn mehr zum Hauptbahnhof und so saßen die 29 Schüler zusammen mit Frau Wiker und Herrn Sauer in Stuttgart/Bad Cannstatt fest. Glücklicherweise schaffte man es mit mehreren Zügen/S-Bahnen noch rechtzeitig zum Flughafen. Von dort aus startete die weitaus größere Etappe der Reise - der Flug -; in Zürich bzw. London musste das Flugzeug gewechselt werden und schließlich waren alle heil in Boston angekommen.

Am Mittwoch, dem 26. Januar, trafen sich morgens beide Schülerdelegationen im Sheraton Hotel, von wo aus eine Tour durch Boston gestartet wurde. So tauchten die Schüler zwei Stunden lang bei einer von Herrn Sauer geführten Tour in die Geschichte der Stadt ein. Als erstes wurde der Charles River an einer seiner breitesten Stellen besichtigt, wo Herr Sauer den Schülern die Anfänge Bostons erläuterte, als eine kleine von englischen Siedlern gegründete Kolonie. Weiter ging es durch den Boston Common Park, dieser besteht schon seit den Zeiten der Gründerväter, deren Nachfahren auch heute noch das Recht besäßen, im Park ihre Kühe weiden zu lassen. Vom Park aus hat man zugleich einen wundervollen Ausblick auf das Massachusetts State House mit seiner goldenen Kuppel. Von dort aus ging es weiter am „wunderschönen” modernen Rathaus Bostons vorbei bis zum Paul Revere House, das das einzige aus der Gründungszeit erhaltene Haus ist. Von dort war der Weg bis zum Meer nicht mehr weit, allerdings wurde die Führung an dieser Stelle beendet, sodass jeder selbst entscheiden konnte, was er als nächstes tun wollte. Da die Außentemperaturen bei ungefähr zehn Grad unter null lagen, suchten sich die meisten Schüler schleunigst ein Plätzchen im Warmen. Nachdem alle wieder aufgewärmt waren, wurde Boston unsicher gemacht: einige entschieden sich dazu den Hafen oder das Aquarium zu besichtigen, andere zog es eher in die Einkaufszentren.

Am nächsten Tag begann dann der Ernst, denn am Morgen fand die Anmeldung zur Harvard MUN Konferenz statt, allerdings sollten nur die Lehrer erscheinen, da sonst ein zu großes Durcheinander entstanden wäre. So war die Eröffnungszeremonie das erste Event für die Schüler. Dabei wurden die Organisatoren von HMUN vorgestellt und die Sprecherin von HMUN wurde live per Videokonferenz zugeschaltet, da es ihr aufgrund des vielen Schnees nicht möglich war aus New York zu kommen. Anschließend fand ein Treffen statt, bei dem allen Teilnehmern die Regeln erklärt wurden, um den Start reibungsloser zu machen. Abends fand dann die erste Session statt, bei der sich zunächst alle etwas einfinden mussten, doch schon nach kurzer Zeit wurde heiß über das Thema debattiert, welches die Schüler in den nächsten Tagen diskutieren wollten. Denn es standen in nahezu jedem Gremium zwei große Themenkomplexe zur Auswahl, von denen eines ausgesucht werden musste.

Der Freitag begann für eine Delegation des LGH mit einer Führung über den Harvard-Campus, bei der die Geschichte dieser traditionsreichen Universität näher kennengelernt wurde. Der Rest des Tages wurde in einer nachmittäglichen und einer abendlichen Sitzung verbracht, wobei schon zahlreiche working papers entstanden, welche die Arbeit der Gremien bis zu diesem Zeitpunkt zusammenfassten. Nach der letzten Sitzung dieses Tages, die für alle unterschiedlich zwischen 23:15 Uhr und 23:45 Uhr endete, fielen alle Schüler müde ins Bett.

Jedoch war den Schülern keine allzu lange Ruhepause vergönnt, da die Komitees am Samstagmorgen schon um 9:45 Uhr begannen. Mittags fand noch eine zweite Sitzung statt, in der die erarbeiteten Resolutionen vorgestellt wurden. In den Resolutionen hielten die jeweiligen Ländergruppen fest, welche politischen Schritte sie in der Zukunft für angemessen halten, um das in ihrem Komitee angesprochene Problem zu lösen. So war am Samstag schon das Meiste geschafft und die Schüler konnten sich abends beim Delegate Dance im Sheraton entspannen.

Am Sonntag fand die letzte Sitzung dieser Konferenz statt, in der entschieden wurde, welche der möglichen Resolutionen letztendlich verabschiedet wurde. Danach fand die Abschlusszeremonie statt, bei der allen herausragenden Delegierten der jeweiligen Komitees Preise überreicht wurden. Am Nachmittag besuchte eine Delegation zusammen mit Frau Wiker die Boston Public Library, eine sehr schöne, alte Bibliothek. Der restliche Sonntag stand den Schülern dann zur freien Verfügung.

Montagmorgens fuhren beide Delegationen zum MIT Cambridge (Massachusetts Institute of Technology) wo zuerst Herr Sauer über die Geschichte des MIT erzählte und später noch einige Fragen an Edward Garnier (einen ehemaligen LGH-Schüler) gerichtet werden konnten. Den MIT-Campus erkundeten die Schüler dann teils in Eigenregie mit vom MIT bereitgestellten Karten für eine selbstgeführte Tour oder mit Edward Garnier. Danach fuhr eine Delegation weiter nach Harvard, wo sie Simon Hüsken (ebenfalls ein ehemaliger LGH-Schüler) traf. Die andere Delegation besichtigte das MIT Museum, in dem zum Teil Forschungsprojekte des MIT selbst ausprobiert werden können. Abends traf sich dann eine Delegation mit Frau Wiker zu einem gemeinsamen, abschließenden Abendessen, denn am nächsten Tag sollte der Rückweg angetreten werden.

Der nächste Tag begann mit einer schlechten Nachricht, draußen stürmte und schneite es und man war sich zunächst nicht sicher, ob die Flüge überhaupt abheben sollten, jedoch wurde schnell herausgefunden, dass man wohl noch einmal Glück hatte und die Flüge noch regulär abfliegen sollten. So konnte man sich entspannt dem Check out widmen, der dann auch noch gerade rechtzeitig stattfand. Letztendlich starteten auch beide Flüge pünktlich, wobei wir Glück hatten nicht erst einen Inlandflug zu haben, da diese ausnahmslos gestrichen waren.

An dieser Stelle einen herzlichen Dank an Frau Wiker und Herrn Sauer für ihre tolle Organisation, an Herrn Schödel und Frau Höflacher für die viele Hilfe bei der Sponsorensuche, an die Hausmeister für das Abholen am Bahnhof nach der anstrengenden Reise und natürlich an alle anderen Helfer, die diese Reise möglich gemacht haben.

Ohne die großzügige Förderung durch die Robert Bosch Stiftung wäre die ganze Unternehmung so nicht möglich gewesen.

Denise Tellbach, 11

23.02.2011

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